Donnerstag, Mai 31, 2007

Ein Bilderrätsel

Heute mal was ganz anderes: Ein Bilderrätsel!
Die Frage ist ganz einfach: WAS IST DAS?


Nicht erkannt? Dann ein Tipp: Es sind Bilder und ich wollte eigentlich wissen, was auf den Bildern abgebildet ist!


Noch ein Tipp: Die Bilder hängen im Cafe Vor in downtown Reykjavik!

Über einer Essecke!

Ich gebe zu, dieser Tipp wäre normalerweise etwas irreführend, aber wer meinen Blog liest, weiss ja: die spinnen, die...

Noch ein Tipp: unten die Bilder daneben, die eigentlich das gleiche zeigen...






Ich habe gehört, bei manchen bleibt jetzt noch die Frage: Mann oder Frau? Aber das sind sicher nur Gerüchte!

Smokers day

Island folgt dem Trend in der EU und wird ab dem 1.Juni 2007 komplett rauchfrei. Eigentlich müssten die Einwohner der Rauchbucht (Reykja = Rauch, Vik = Bucht) ja traurig sein, aber erst mal werden wohl heute zeremoniell die letzten Zigarren in den Luxury Lounges der High Quality Restaurants vernichtet.(sorry, ähhhh, ich meine entschuldigung, ich wollte es auf deutsch schreiben, wusste aber nicht was lounge auf Deutsch heisst...).
Das bedeutet auch, dass meine Empfehlung, die ich schon lange mal aussprechen wollte, jetzt schon wieder überholt ist. Für einen stilvollen Abendausklang nahm man sich VOR dem 1.6.2007:

einen Whiskeykenner, und begleite ihn ins Hotel Holt (Markus war eine gute Wahl). Diesem Whiskeykenner unbedingt die Auswahl überlassen!




Nun noch ein paar gute Freunde, die Zigarren aus Kuba mitgebracht haben und es fehlt einzig noch Feuer... und die Fähigkeit, sie stilvoll in den Mund (NICHT IN DIE OHREN) zu stecken, fertig ist der stilvolle chill out.


Sonntag, Mai 27, 2007

Der geilste Blumenpott der Welt

Auch in Island wachsen die Autos nicht auf den Bäumen!


 

Oder doch?

 

Oder drum herum?

 

Wers nicht verstanden hat: Das ist Kunst! Ich finds cool!


Das ganze ist Teil des Reykjavik Arts Festival

Montag, Mai 07, 2007

Leserbrief

Heute bekam ich einen Leserbrief. Und ich muss ihn Euch einfach unkommentiert weitergeben. Bitteschön:

Liebe (Ex-)Isländer (Anm. d. Red: Damit sind meine Kollegen und ich gemeint),

es war und ist unsere Aufgabe gewesen auch in Island ein wenig Informationen über die Deutschen zu verbreiten. Sehr viel komisches ist über uns dort bekannt, wie:
- das Arbeitsamt zwingt deutsche Frauen zur Prostitution (Anm. d. Red.: Der Ursprung dieses Gerüchtes liegt ungefähr hier)
- warum kriegen wir es nicht hin einfach so alle Arbeitslosen
abzuschaffen
- und dass wir Laub mit einem Laubsauger zusammen fegen.

Vieles davon konnten wir in den letzten 2 Jahren aufklären. Einiges ist
aber weiterhin sehr seltsam....

In diesem Interview, welches ich heute abgedruckt in der SZ im Flieger
lesen durfte. wurde mir erneut bewusst, dass unsere Aufklärungsarbeit noch lange nicht beendet ist.

Dort wird Björk so interessante Dinge gefragt, wie:

SZ: Manchmal denke ich darüber nach, welches Glück wir haben, in Island
geboren zu sein. Zum Beispiel ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass wir
uns je um unsere nächste Mahlzeit sorgen müssen, wie das bei einem großen
Teil der Weltbevölkerung der Fall ist.

Schon hier sollte der Leser aufschrecken und sich fragen: "Wo war jetzt genau die Frage (Anm.d. Red.: Wer verwirrt ist, SZ stellt die Fragen, Björk antwortet,... oder so) und würden die Isländer heute nicht auch alle verhungern, wenn die nicht 3 Einwohner auf einen Quadratkilometer hätten sondern ca. 300 wie ein normales Land in Europa?"


Aber ok soweit so gut...jetzt antwortet Björk aber auch noch auf die Nicht-Frage und dabei kommt jetzt folgendes raus:

Björk: Absolut! Die Frage ist nur, ob wir dieses Privileg dadurch
erhalten, dass wir Tausende Dämme errichten und Tausende Aluminiumfabriken bauen - und zu einem zweiten Frankfurt werden.

Dämme und Aluminiumfabriken wie in Frankfurt???? Liebe Frau von und zu Guðmundsdóttir (Anm. d. Red.: Damit ist Björk gemeint!), waren Sie eigentlich jemals in Frankfurt? Dort gibt es BANKEN und HOCHHÄUSER... keine Alufabriken und Dämme.
Mal abgesehen davon, dass dies auch rel. unfair einer Stadt wie Frankfurt gegenüber ist. Vielleicht ist es aber ja auch nur der Arroganz einer Person, die in New York (18,7 Mio) lebt und dies in Island nicht zugeben kann und daher das kleine Frankfurt (660.000 Einwohner) angreifen muss?

Aber nun gut...dank dem Interview bin ich hinterher eh schlauer wie
schlau Björk und auch ihr supercooler Gunni der Interviewer ohne Fragen ist.


Kostprobe:

Björk (auf die Frage was sie macht um die Welt zu retten):
Ich mache mich damit nicht verrückt. Immerhin gibt es inzwischen Bioprodukte in ganz normalen Supermärkten zu kaufen. Das finde ich prima, doch es ist eine
Schande, dass diese Dinge immer noch viel zu teuer sind. Schlimm, dass
gesunde Nahrung als Luxus gilt.

Ja genau Björk und genauso doof finde ich, dass Deine Platten Geld kosten... und überhaupt sollte alles einfach umsonst sein...

Sonntag, Mai 06, 2007

Der Löwe und der Bär

Das Leo di Caprio für ein Photoshooting in Island war, habe ich ja mitbekommen, aber erst jetzt erfahren wofür da geshootet wurde. Und ich bin begeistert. Der neue deutsche Weltstar, Schwarm aller Frauen, läuft dem grimmig dreinblickendem Leo eindeutig den Rang ab! Nun gut, dafür hatte Knut wohl auch das einfachere Photoshooting, wie der Rest der Bilder beweist!
Guckst Du hier!

Dienstag, Mai 01, 2007

How do you like Iceland


Click to see Video

Warum mag ich diesen Song? Hmmm... Ich würde mal sagen, weil er ein absolut authentisches Bild von Island wieder gibt. Iceland in a nutshell sozusagen.
Jedenfall ein absolutes MUSS für jeden, der erfahren will, was in Island WIRKLICH passiert. Ich sag nur:
you lousy backpacker, go back to Germany!!!

Sonntag, April 15, 2007

Budir, die coolste Bar von Island

Wo steht die schönste Bar von Island? Nein, nicht in 101 Reykjavik, sondern in Budir. Zugegeben, Downtown Reykjavik ist wohl jeder Schuppen angesagter als die Hotelbar von Budir, aber mehr Stil gibt es allemal in diesem verschlafenen Örtchen nördlich vom Snæfellfellsjökull. Habe ich Örtchen gesagt? Okay, eigentlich besteht der Ort aus dem Hotel Budir und der Kirche mit Friedhof, wenn man mal die Tatsache, dass ein paar der alten Schafsställe noch begehbar sind, außer Acht lässt. Aber die Hotelbar wie eigentlich das gesamte Hotel ist einfach cool.Extrem teuer (beim Vorzeigen eines Autoschlüssels, der zu einem Hertz- Mietwagen gehört, gibt es 35 EUR, also 20 % Rabatt- rechne, rechne, rechne…), aber wirklich eine Empfehlung wert. Von außen total unscheinbar ist das Ding von innen einfach nur stilecht. Ein Beispiel dafür ist das Lesezimmer mit allen ausgaben der Scientific American seit 1935 glaub ich. Oder das Bullauge, was einen Traumhaften Blick auf den Gletscher (also den Snaefellsjökull) ermöglicht.

Übrigens ist das Hotelessen wirklich empfehlenswert, wenn auch überteuert. Aber die Alternativen sind aufgrund der Lage extrem rar: Wenn man sich nicht selber eine Eiderente schießt, quasi gleich null.


Dienstag, März 13, 2007

Mit Scootern auf den Snæfellsjökull

Endlich auf dem Gletscher, dass muss ich unbedingt bloggen. Halt moment mal,... bevor ich von echtem Männerspielzeug, Ballonreifen, Eishai im wörtlichen Sinne und der Wirkung von Natur und Gletscherluft auf das menschliche Hungergefühl berichte, fällt mir doch ein, dass ich letztes Jahr schon mal auf einem Gletscher war. Also hier der längst überfällige Eintrag vom Snæfellsjökull!

In Arnastapi gibt es ein Visitor Center, also da muss man die Strasse ähhh… eigentlich gibt es nur eine und da wo was los ist, ist auch das Visitor Center.

Eine treffende Beschreibung des Hoteliers von Búðir auf die Frage, wo man sich anmelden muss, damit man mit Scootern (eigentlich hatten wir nach Pistenraupe gefragt) auf den Snæfellsjökull kommt. Wir treffen Daniel und Julia wieder die eigentlich reiten wollten, aber aufgrund einer plötzlichen „Erkrankung“ des Guides, der anscheinend sehr viel „Medizin“ zu sich genommen hatte, umdisponieren mussten.
Leider war für die beiden nur noch ein Scooter frei, so dass sie sich zu zweit einen teilen mussten. Man könnte jetzt daraus herauslesen, dass folgerichtig für uns, die wir nach Daniel und Julia kamen, KEIN Scooter mehr frei ist. Aber wir sind ja in Island und da wird manchmal anders gezählt. Ohne nochmals nachzufragen hatten wir schwupps eine Reservierung und starteten bald mit einer Gruppe von Scootern auf dem Weg zum Gipfel. Der Startpunkt ist ein paar Kilometer Richtung Gletscher auf der F570, die mit einem normalen Wagen bis dorthin (aber nicht viel weiter) problemlos passierbar war.
Scootern auf dem Gletscher: Eine Supergaudi!!!

Die richtige Kleidung wird übrigens gestellt!

Obwohl wir prinzipiell alle einfach dem Guide hinterher gefahren sind, war es nicht nervig, denn die Dinger gehen ab wie Schmitz Katze und man hat manchmal etwas Mühe, sie in der Spur zu halten. Vor allem, wenn der Hintermann seinen eigenen Willen hat (unbedingt vor Fahrtantritt abstellen!!!).



Bis zum Gipfel sind wir leider nicht gefahren, aber etwas unterhalb war es auch traumhaft. Wir haben ein bisschen die Aussicht genossen, sind im Schnee rumgesprungen und haben eine Schneeballschlacht gemacht. Dann ging es wieder in heißer Fahrt ins Tal. Ganz schön anstrengend…



Fantastische Aussicht vom Gipfel

Der Blick auf den Gipfel

Große Pause

Die Flotte von snjofell.is


Zurück in Arnastapi bietet es sich an, den nestbauenden Vöglen noch ein paar Stündchen zuzuschauen...



Oder einfach entspannt zwischen den Klippen umherzuwandern und aufs Meer blicken...

Dienstag, Januar 30, 2007

Telekommunikation

Isländer sind bei der Zahl von Mobiltelefonen Weltspitze.
Soweit ich weiss liegen sie hinter Norwegen und Finnland, aber noch vor Hongkong. Und so weit ich weiss gibt es etwas mehr als 1 Mobiltelefon pro Einwohner. Also etwas über 300.000. Und dabei sind meine 4 NICHT mitgezählt!
Und das ganze bei einer Netzabdeckung von 10 Prozent, ode rsind es 20? Naja, auf dem Vatnajökull will eh kaum jemand telefoneiren, also sind die 20 Prozent shcon okay, denke ich.
Es ist nicht nur die Anzahl der Mobiltelefone, sondern auch der allgemeine Umgang mit der Telekommunikation. Einfach legendär sind für mich die Hinweisschilder in den Westfjorden, mit denen angezeigt wird, dass hier mal grad Empfang ist ebenso wie die Telefonaktion mit der Magni zum Gewinner der "Rockstar Supernova" gemacht werden sollte oder auch die vielen Menschen hier, denen ein Headset ans Ohr gewachsen ist.
Im Laugarspa habe ich jetzt aber ein neues Highlight entdeckt. Eine Chargebox, die -während man gemütlich im Pool entspannt-jedes Handy aufladen kann. Und womit telefoiert man im Hotpot?????

Dienstag, Januar 16, 2007

Island im Winter -Teil II

Während die Skipisten in Österreich anfangen zu blühen hat der Winter in Reykjavik Einzug gehalten. Der richtige Anlass für die Fotoreportage: Island im Winter, Teil II.
Viel Spass

Montag, Januar 08, 2007

Island im Winter?

Ich bin schon oft gefragt worden, wann die beste Reisezeit für einen Besuch in Island ist. Also wann ist es hier am schönsten?
Ich habe immer geantwortet:
Ganz klar im Sommer! ... und im Herbst... aber auch im Winter und Frühling!

Eine Antwort, die aus mir unverständlichen Gründen unbefriedigend zu sein scheint.
Um eine Entscheidungshilfe zu geben, veröffentliche ich erst mal ein paar Winterfotos der letzten Wochen. Teil 1 ist shcon mal online:

Sonntag, Januar 07, 2007

Last day of Christmas

Gestern war der "last day of Christmas"!
Remember: In den Nächten vor Weihnachten kommen einer nach dem anderen die wilden Weihnachtsmänner aus den Bergen und stiften jeder nach seinen Vorlieben Unruhe. Nach Weihnachten verschwinden sie einer nach dem anderen wieder. Gestern war der letzte fott!
Was machen wir da? Feuerwerk! Richtig! Und dieses Jahr habe ich dazu gelernt, dass man auch noch ein Feuer macht. Als Touri ist allerdings weniger das -zugegeben riesige- Feuer das lustige, sondern zunächst der plötzlich einsetzende Strom von Autos die wie magisch angezogen zu einem nur wenige Meter ausserhalb des "Dorfes" befindlichen Platzes fahren und sich dort versammeln. Genau hier würde ich die moderne Version des Rattenfängers drehen! Als nächstes wird die Aufmerksamkeit des Touristen auf die zahlreic anwesenden Feuerwehrleute gelenkt, die für Sicherheit sorgen, indem sie den ca 6Jährigen die Handhabung von Leuchtfackeln erklären, während die 7 bis 12 Jährigen die Grenzen bei der Zündung von mittelschwerem Feuerwerk austesten... Es scheint zu funktionieren, aber ich würde sagen, die selbe Szenerie unter günstigen Umständen in Deutschland stattgefunden hätte wohl mehreren Familien das Sorgerecht für ihre Kinder gekostet!
Ach ja, wenn man dann noch das Spektakel in Reykjavik beobachten will, kann man das wunderbar aus weiter Entfernung!

Warum ich mich in Island so wohl fühle...

Ich glaube, ich hatte schon mal darüber referiert, was für ein komisches Völkchen die Isländer sind und warum man sich die ganze Zeit über sie lustig machen kann. Und warum ich sie trotzdem so ins Herz geschlossen habe. Letzteres kann ich immer noch definitiv zusammenfassen mit den Worten:
weil sie sich für den Mittelpunkt der Welt halten, dabei aber selber nicht ernst nehmen
Ich glaube, ich hatte dabei schon auf die Thule-Werbung verwiesen!
Ja, und die KBBank, die sich jetzt in ihren ursprünglischen Namen Kaupthing-Bank umbenennen musste, ist eben auch seeehr isländisch. Wers nicht glaubt, schaut hier (am besten in dieser Reihenfolge):
John Cleese_Kaupthing #1
John Cleese_Kaupthing #2
John Cleese_Kaupthing #3

Freitag, Dezember 22, 2006

Warum ist es nachts dunkel?

Eine blöde Frage, denkt der "Nichtphysiker", hat aber einen ernsten wissenschaftlichen Hintergrund und ich finde es eine sehr interessante Frage, die mich auch schon im Studium fasziniert hat.
Die naheliegende Antwort, dass die nicht der Sonne zugewandte Seite der Erde natürlich im Dunkeln liegt ist nämlich viel zu einfach. Der Clou ist, dass es am "Nachthimmel" quasi unendlich viele Sterne gibt, die den Nachthimmel eigentlich erleuchten sollten, da sie Unmengen an Licht aussenden.
Und tatsächlich habe ich schon eine Menge verschiedener Gründe gelernt, warum es nachts trotz der ganzen Sterne dunkel ist:
1. Das Licht der entfernten Sterne ist schwach, weil die Intensität mit der Entfernung abnimmt. Guter Punkt, aber reicht (wenn man nachrechnet) noch nicht zur Erklärung.
2. Es gibt zwar 1.000.000.000.000...... Sterne, aber keiner davon lebt ewig. Wenn sie erlöschen, senden sie kein Licht aus. Da das Licht von entfernten Sternen zieeeeeeeemlich lange braucht, kommt auf der Erde immer nur gleichzeitig das Licht von ein paar Sternen an. Nämlich nur das derer, die vor so langer Zeit gleuchtet haben, dass ihr Licht heute bei und angekommen ist.
3. Der dritte Grund ist etwas komplizierter: Das Universum dehnt sich aus und die leuchtenden Sterne rasen von der Erde weg. Wenn sie dabei Licht aussenden, verändert sich die Frequenz des ausgesendeten Lichte (Rotverschiebung). Teilweise bis ins infrarote, also für uns nicht mehr sichtbare Licht. Wir können also das Licht von vielen Sternen einfach nicht wahrnehmen.

So, dass ist nun der Grund, warum es nachts dunkel ist, habe ich die letzten Jahre gedacht. Jetzt weiss ich es besser:
Der Nachthimmel ist nämlich gar nicht schwarz. Er ist grün. Oder blau. Oder rot. Guckst Du hier.

Dienstag, Dezember 12, 2006

Pferde, aber richtig!

Hier nun endlich mein lange versprochener Pferdeblog:

Nach dem misslungen Versuch, einen Schafsabtrieb zu besuchen (guckst Du hier) hatte ich 2 Wochen später die Möglichkeit, Tobias nach Akureyri zu begleiten, wo wir uns den größten Pferdeabtrieb von Island angeschaut haben. Ich hatte gedacht, es gäbe dort ne Menge Pferde zu sehen, aber das wäre die falsche Beschreibung. Es waren PFERDE, PFERDE, PFERDE… Ich konnte nur noch Pferd denken und fing an mit dne hufen zu scharren. Aber der Reihe nach: Nachdem wir glücklich in Akureyri gelandet waren, uns ein Auto gemietet haben (bei meiner Lieblingsfirma Hertz und über die Tarifverhandlungen schweige ich mich mal aus...) machten wir uns auf die Suche nach dem Hjaltadal. Dank unseres mehrstündigen Kartenstudiums waren das richtige Tal auch schnell gefunden und die Ansammlung von unheimlich vielen Menschen in unheimlich leerer Umgebung zeigte uns : hier sind wir beim Laufskálarétt, dem größten Pferdeabtrieb von Island! Etwas orientierungslos parkten wir zunächst in der "Einflugschneise" aber nach gründlicher Einweisung haben auch wir es gerafft. Die Strasse wurde abgesperrt, die Spannung stieg, es knisterte förmlich und die Zuschauer verteilten sich entlang eines imaginären Weges. Dann passierte eine ganze Zeit lang gar nix und so richtig begeistert war ich bis dato von meinem ersten richtigen réttir ehrlich gesagt nicht. Das änderte sich schlagartig, nachdem die ersten Pferde hinter der Kuppe auftauchten. Ja, ganz nett, dachte ich zunächst, aber dann kamen noch welche und noch welche und noch welche und schließlich machte sich eine nicht enden wollende Schlange von Pferden auf den Weg, den Hügel herunter auf die Weide vor dem Pferch. Eine halbe Stunde lang lief ein Pferd nach dem anderen an uns vorbei - herrlich!. Als endlich alle auf der Weide waren, konnten sich die Tiere vor dem großen Finale erst mal ausruhen.

Dabei zwischen der Herde herumzuspazieren ist einfach großartig.



Dann geht es los und die ersten Tiere werden in den Pferch getrieben. Dieser Pferch ist Kreisrund und von dem mittleren runden Zentrum, in das die Tiere getrieben werden, gehen sternförmig die verschiedenen Pferche der verschieden Bauern ab. Dort werden die aussortierten Tiere dann gesammelt.

Die zahlreichen Zuschauer verteilen sich in diesen kleinen Abschnitten – teilweise stehen sie auch zwischen den Pferden im Innernen. Typischerweise haben sie dabei entweder eine Kamera in der Hand (Tourist) oder eine Flasche Whiskey (Isländer). Wenn die erste Ladung Pferde in den Pferch getrieben ist, geht die Show los. Kaum Platz zum stehen werden die Pferde von den Besitzern mit mehr oder weniger Gewalt einzeln von den anderen separiert. Dabei geht es richtig zur Sache und die ganze Horde gerät mächtig in Bewegung. Es ist unglaublich – die einzelnen Menschen zwischen der Unmenge von Pferden, die selber kaum Platz zum treten haben – wir stehen staunend für 1,5 Stunden und machen ungefähr 1 Millionen Photos.




Ein endloses Gewusel von Pferden und Menschen






Es war ein harter Tag für Pferd und Reiter


Da war jemand schon sehr erfolgreich beim sortieren


Man beachte die Gestik oben in der Mitte

Hier ist irgendwo noch ein Huf im Weg (oben links)

nicht jeder will so wie die anderen wollen...



Einen richtigen Eindruck von dem Treiben bekommt man eigneltihc nur mit einem VIDEO.
Am Ende schauen wir uns noch ein bisschen das Volk an, gehen schnellen Fußes an dem Hakarl-Verkaufsstand vorbei und trinken einen Kakao und reiten wiehernd zurück nach Akureyri. Tobias fasste das ganze mit den Worten
zusammen:

Ich kenne ne Menge Leute die völlig ausgerastet währen bei dem, was wir heute gesehen haben – alles Frauen!

Donnerstag, November 09, 2006

Von Schafen und Pferden: Die Réttir

Der Herbst ist eigentlich vorbei, die ersten Winterstürme sind schon da, aber trotzdem noch mal der Versprochene Rückblick in den September. September ist der Monat der Abtriebe. Das heißt, die Schafe, die im Winter ins Hochland getrieben werden, werden in dieser Zeit zusammen gesucht und im Tale auseinander sortiert. Das ist ein Riesenspektakel und ich wollte es mir dieses Jahr nicht entgehen lassen. Mit einiger Mühe habe ich auch den optimalen Weblink gefunden. Eine Liste aller Termine und Orte für die Schafsabtriebe. Leider variiert die Anzahl der Schafe zwischen mehreren Tausend und einigen hundert – diese Zahl ist aber in der Regel nicht angegeben. Da ich mir eine mittelgroße Schafherde ersparen wollte, gings also zur Touristinfo. Da könnte man dann auch die Anfangszeit klären, die ebenfalls auf der Liste weitgehend fehlt. Die Leute im Touristoffice kannten tatsächlich auch ein tolle Website zu dem Thema – na ratet mal welche…

Also auf der Suche nach noch mehr Informationen ins nächste Touristoffice. Dort schien man einigermaßen verwundert, dass es Touristen gibt, die sich inmitten betrunkener Isländer stellen wollen, welche nach verrottetem Haifisch riechen, dabei grölen und lachen und zusehen, wie jede Menge Schafe in die Pferche ihrer Besitzer sortiert werden. Aber immerhin wusste man dort eine Möglichkeit, an genauere Informationen zu kommen – und zwar mit Hilfe der Telefonauskunft:



Hey, bist Du Farmer?

Ja!

Prima. Schafe oder Pferde?

Schafe!

Okay, dann kannst Du mir ja sagen, wann der Schafsabtrieb stattfinden wird.

Oh ja, am Samstag um 12.

Und, wie viel Schafe?

Ca 1500.

Okay, danke!

Das ist mal Info von der Quelle, würd ich sagen.

Nun ja, aufgrund eines Zeitungsberichtes haben wir uns dann doch entschlossen, zum sogenannten Tunguréttir in die Nähe von Þingvellir zu fahren. Leider lagen wir da ein bisschen daneben, zumindest was die Schafe angeht. Dafür gab es einen Haufen Jeeps, echten isländischen Glíma (eine Mischung aus Ringkampf, tanzen und Sumoringen – aber lasst das besser keinen Isländer hören, denn eine ernsthaftere Sportart gibt es wohl nicht…), Waffeln und Kaffee, ein bisschen isländische Volkslieder und eine Pferdeauktion, bei der das erste Pferd von einer Frau ersteigert wurde, die sich ab dem Preis von 6000 Kronen noch selber auf 70000 hochgeboten hat. Und ich habe auch noch was gelernt: Betrunken auf eine Auktion zu gehen kann unnötig teuer werden.

Freitag, November 03, 2006

Cocktail im Eisfach


Hat nicht jeder mal irgendwann das Gefühl, sich am besten in das Eisfach seines Kühlschranks zurück zu ziehen und in aller Seelenruhe einen Cocktail zu schlürfen? Ich glaube schon, aber bei den meisten scheitert es wohl am Mut und am dicken Bauch – oder besser gesagt, an der völlig unterdimensionierten Bauweise der hiesigen Kühlschränke.
Nicht so in Reykjavik! Nein, die Kühlschränke sind hier auch nicht größer und mein Bauch ist auch eher dicker als dünner geworden. Dafür gibt es aber ein riesiges öffentliches Eisfach, in dem man problemlos mit 20 Leuten eine Party feiern könnte. Das Eisfach nennt sich Icebar und findet sich direkt hinter dem berühmten Cafe Victors. Wenn man sie denn gefunden hat und sich bis zum Eisfach durchgekämpft hat, kann man sich ein warmes Fell überziehen und sich den einzigen Cocktail der Bar servieren lassen. Bei geschätzten -15 Grad ist die Einrichtung aus Eis – logisch. Die Stimmung ist außergewöhnlich, genauso wie der Preis des süßen Getränks. Aber cool ist es allemal – im wahrsten Sinne des Wortes!!!!

Mittwoch, Oktober 18, 2006

Herbstlich(t)

Toller Titel, nicht wahr?
Es ist herbstlich geworden, in Island. Das heisst, es gibt Stürme und Regen und das Wetter von jetzt ist wahrscheinlich nicht das Wetter von gleich. Die aufgepeistschten Wellen vor dem Hintergrund der mit hauchdünner Schneeschicht bedeckten Berge im Licht des Sonnenaufgangs vermittelt eine unglaubliche Stimmung. Leider hatte ich keine Kamera dabei.
Aber auch sonst hat der Herbst einiges zu bieten, namentlich die réttir (blog folgt), die Herbstfarben (blog folgt) und die beste Zeit, um Nordlichter zu schauen.
Also was macht man in einer klaren kalten Nacht im isländischen Oktober? Klar, man setzt sich ins Auto und fährt ins Dunkel! Das ist gar nicht so leicht, in einer klaren Nacht quasi unmöglich. Das erste Problem ist, dass man mitten in der Pampa steht und sich denkt: "Hinter dem nächsten Hügel stören die Lichter von Reykjavik nicht mehr!", also los... und schwupps findet man eine Laterne, die wahrscheinlich dafür geschaffen ist, dem einzigen Strauch im Umkreis beim wachsen zu helfen. Vielleicht hat sich hier auhc mal vor ein paar Jahren ein Fussgänger verirrt und sich beschwert, dass er den Weg nicht sehen konnte. Jedenfalls steht da jetzt eine Laterne und die stört. Island ist fortschrittlich, das heisst, die Laternen schalten sich ebenso wie in Deutschland ab, wenn man dagegen tritt, aber... fahren wir doch lieber noch ein Stück weiter. Hat man dann endlich einen richtig dunklen Platz gefunden, dann Leuchten die Sterne so hell, dass man auch neben der Laterne hätte stehen bleiben können. Und dann auch noch dieses komische grüne Licht am Himmel... das ist halt der Herbst in Island!