Freitag, März 16, 2007

Spielzeug für Männer!

Für die Frau, die wirklich mal etwas bei ihrem Mann wieder gut machen muss hab ich die passende Geschenkidee: Ein netter kleiner, speziell aufgemotzter Toyota Land Cruiser mit Ballonreifen! Da schlägt das Männerherz wirklich höher! Andererseits läuft man damit Gefahr, den eigenen Mann an den Gletscher zu verlieren, zumindest hier in Island.

Aber mal der Reihe nach:
Teambuilding mal anders – Agnar hat uns auf einen seiner Gletschertrips mitgenommen. Auf Gletscher rauf fahren ist nämlich Agnars Lieblingsbeschäftigung, zumindest im Winter. Auf die Frage, ob er im Fall der Fälle evtl. die Isländische Handball-Nationalmannschaft in der Kölnarena beim Endspiel gegen Deutschland sehen wolle (Handball ist der absolute Nationalsport hier) antwortete er lapidar:
Im Winter kann ich nicht, da fahr ich auf dem Gletscher rum!

Und nun hat er uns also mitgenommen.

Zunächst einmal die Packliste: Jeans waren ausdrücklich verboten, deswegen hat Klugi auch ne Regenhose drüber gezogen. Modisch auf jeden Fall der allerletzte Schrei. Der Rest war jedenfalls gut ausgerüstet und morgens um 8:15 treffen wir uns an der Hallgrimskyrka.
Wir sind um 8:15 da. Agnar auch. Warum? Offensichtlich gilt das isländische halbe Stüdchen nicht bei Verabredungen von Superjeeps. Wir warten noch kurz auf Agnars Kollegen Thorsten, ein deutscher Fotograf in Island, der 3 von uns in seinen Landcruiser einlädt. Thorsten ist übrigens ein sehr guter Forograf und ich kann seine Photos , seine Webssite und sein Buch nur wärmstens empfehlen. An dieser Stelle übrigens noch mal herzlichen Dank!

Und los geht es Richtung Husafell! Doch zunächst noch mal auftanken. Samstag Morgens, 8:45. Was tut der Isländer? Richtig. Er trifft sich an der Tanke um seinen Superjeep spazieren zu fahren. Hier kann man schon mal die ersten Modelle bestaunen. Nach einem kurzen „breakfast for champions“ also Sandwich auf die Hand geht es dann weiter, zur Walfangstation und dann vorbei an den Hraunafossa nach Husafell.



Mit allen Kommunikationsmöglichkeiten ausgerüstet wird sich unterwegs im Wesentlichen über CB Funk unterhalten. Wie stehen die Chancen, überhaupt etwas da oben zu sehen? Klart es auf? Optimismus ist jedenfalls vorhanden! Dann verlassen wir die offizielle Strasse und biegen auf die F550 ab. Erst mal Pause, denn hier müssen die Reifen geplättet werden.



Mit etwas weniger Luft in den Reifen ist es halt gemütlicher zu fahren.
Eine halbe Stunde Später der nächste Halt, denn nun wird die Straße ein paar Km breit: Wir erreichen den Langjökull. Jetzt erst mal noch mehr Luft aus den Reifen (wg. Besserem Halt auf Schneee), alles mit Terpentin einsprühen (löst den Schnee aus den Reifen) und dann die Einsamkeit des isländischen Gletschers genießen.




Dieses Erlebnis teilen sich so ca. 40 andere Jeeps mit uns, die die selbe Idee hatten und als schwarze Punkte überall im Hang verstreut zu sehen sind. Los geht’s, in rasender Fahrt und mit ausgefeilter Technik geht es immer weiter den Berg hinauf. Tiefschneefahren ist gar nicht so einfach!



Die Aussicht ist trotz schlechter Sicht zum Genießen!



Die ersten entgegenkommende Fahrzeuge werden begrüßt:

Hi, wie sieht’s da oben?
Jau, ich war fast ganz drüber, aber die Sicht wird immer schlechter.
Okay, cooler Wagen, neuer Hilux? (spätestens die zweite Frage MUSS dem Auto gelten, das ist ein ungeschriebenes Gesetz!)
Ja grad eingeschifft, meine erste Fahrt auf den Gletscher!
Wie viel Hubraum hat der denn jetzt? 2,4 l?
Nein, sogar 2,5, Turbodiesel.
Cool, dann noch gute Abfahrt, und Glückwunsch zum Wagen!


Wir fahren noch ein halbes Stündchen weiter, dann bleiben wir endgültig im Tiefschnee stecken.

Da die Sicht immer schlechter wird, drehen wir um und heizen den Hang hinunter. Tiefschnee fahren mit nem Jeep – nur wedeln konnten wir nicht!

Unten wird dann der Mittagssnack ausgepackt: Steinbitur, Hakarl und Brennivin. Also der übliche Hai, Trockenfisch und Schnaps. Dann schnell den Kompressor anschließen, Reifen aufpumpen und weiter gehts in Richtung der zweiten Männerleidenschaft: Extremgrilling!
Ein guter Grillplatz ist schnell gefunden, bei den Hraunfossa. Ein Blick auf selbige im Winterkleid darf natürlich nicht fehlen...



Das sind jetzt allerdings die Barnafossa, die sich ein paar Meter Flußaufwärts befinden.






Das sind aber jetzt die Hraunfossa. Von einem unterirdischen Strom gespeist, fliessen auf ca 1 Km Länge aus dem Lavafeld in die Hvita.




Doch nun zum Extremgrilling:

Eigentlich sollte es extrem sein, weil es mitten auf dem Gletscher bei extremen Minusgraden statt findet. Da wir aber nun schon wieder unten sind, wird es extrem…. viel. Geschätzte 4 Kg Fleisch + 4 Kg beilagen für 8 Leute, von denen 2 quasi
Vegetarier sind,…



Mit vollem Bauche gehts zurück nach Reykjavik. Ein wirklich isländischer Samstag!

Dienstag, März 13, 2007

Mit Scootern auf den Snæfellsjökull

Endlich auf dem Gletscher, dass muss ich unbedingt bloggen. Halt moment mal,... bevor ich von echtem Männerspielzeug, Ballonreifen, Eishai im wörtlichen Sinne und der Wirkung von Natur und Gletscherluft auf das menschliche Hungergefühl berichte, fällt mir doch ein, dass ich letztes Jahr schon mal auf einem Gletscher war. Also hier der längst überfällige Eintrag vom Snæfellsjökull!

In Arnastapi gibt es ein Visitor Center, also da muss man die Strasse ähhh… eigentlich gibt es nur eine und da wo was los ist, ist auch das Visitor Center.

Eine treffende Beschreibung des Hoteliers von Búðir auf die Frage, wo man sich anmelden muss, damit man mit Scootern (eigentlich hatten wir nach Pistenraupe gefragt) auf den Snæfellsjökull kommt. Wir treffen Daniel und Julia wieder die eigentlich reiten wollten, aber aufgrund einer plötzlichen „Erkrankung“ des Guides, der anscheinend sehr viel „Medizin“ zu sich genommen hatte, umdisponieren mussten.
Leider war für die beiden nur noch ein Scooter frei, so dass sie sich zu zweit einen teilen mussten. Man könnte jetzt daraus herauslesen, dass folgerichtig für uns, die wir nach Daniel und Julia kamen, KEIN Scooter mehr frei ist. Aber wir sind ja in Island und da wird manchmal anders gezählt. Ohne nochmals nachzufragen hatten wir schwupps eine Reservierung und starteten bald mit einer Gruppe von Scootern auf dem Weg zum Gipfel. Der Startpunkt ist ein paar Kilometer Richtung Gletscher auf der F570, die mit einem normalen Wagen bis dorthin (aber nicht viel weiter) problemlos passierbar war.
Scootern auf dem Gletscher: Eine Supergaudi!!!

Die richtige Kleidung wird übrigens gestellt!

Obwohl wir prinzipiell alle einfach dem Guide hinterher gefahren sind, war es nicht nervig, denn die Dinger gehen ab wie Schmitz Katze und man hat manchmal etwas Mühe, sie in der Spur zu halten. Vor allem, wenn der Hintermann seinen eigenen Willen hat (unbedingt vor Fahrtantritt abstellen!!!).



Bis zum Gipfel sind wir leider nicht gefahren, aber etwas unterhalb war es auch traumhaft. Wir haben ein bisschen die Aussicht genossen, sind im Schnee rumgesprungen und haben eine Schneeballschlacht gemacht. Dann ging es wieder in heißer Fahrt ins Tal. Ganz schön anstrengend…



Fantastische Aussicht vom Gipfel

Der Blick auf den Gipfel

Große Pause

Die Flotte von snjofell.is


Zurück in Arnastapi bietet es sich an, den nestbauenden Vöglen noch ein paar Stündchen zuzuschauen...



Oder einfach entspannt zwischen den Klippen umherzuwandern und aufs Meer blicken...